Was hilft gegen Rückenschmerzen?

Inhaltsverzeichnis:

1. Einführung in das Thema
2. Was sind die Auslöser von Rückenschmerzen?
3. Diagnostik von Rückenschmerzen
4. Welche Risikofaktoren für Risikoleiden gibt es?
5. Verschiedene Ansätze zur Therapie von Rückenschmerzen
6. Was tun gegen akute Rückenschmerzen?
6.1. Ist bei akuten Rückenschmerzen Schonung im Bett angesagt?
7. Inwiefern werden Medikamente bei Rückenschmerzen angewendet?
7.1 Welche Medikamente werden bei extremen Rückenschmerzen angewendet?
7.2 Können Spritzen im Kampf gegen Rückenschmerzen wirksam sein?
8. Was hilft besser: Massage oder aktiver Sport?
8.1 Schwimmen als Sportvariante im Rahmen zur Vorbeugung von Rückenbeschwerden
9. Alternative Behandlungsmöglichkeiten gegen Rückenschmerzen
9.1 Hydrotherapie
9.2 Yoga
9.3 Qigong
9.4 Homöopathie
9.5 Atemtherapie
9.6 Progressive Muskelentspannung
9.7 Tai Chi

1. Einführung in das Thema

In Deutschland sind Rückenschmerzen derart verbreitet, dass sie sogar zu den Volkskrankheiten zählen. Millionen von Menschen leiden unter Schmerzen im Rücken. Und selbst die, die sich nicht unbedingt zum typischen Rückenschmerzpatienten zählen, haben sie schon mal erlebt: Über die Hälfte der Deutschen gibt an, pro Jahr mindestens einmal Rückenschmerzen erlebt zu haben. Dabei treffen Rückenschmerzen nicht nur ältere Menschen; schon im Alter von 30 bis 50 Jahren ist es keine Seltenheit, dass Rückenleiden auftreten können. Die relativ wenig gesunden Lebensgewohnheiten unserer Konsumgesellschaft, in der sich wenig bewegt und viel gesessen wird, leisten ihren Beitrag, diesen Trend noch weiter zu verstärken. Zudem klagen immer mehr Menschen über Stress im Berufsleben; und eben jener Stress ist gerade dazu prädestiniert, sich psychosomatisch auf den Körper bzw. auf den Rücken zu legen und Rückenleiden auszulösen.

Doch nicht nur für die betroffenen Patienten sind Rückenleiden eine ernst zunehmende Problematik. Aufgrund der überaus großen Dimension und der Vielzahl an erkrankten Menschen sind „Rückenschmerzen“ mittlerweile in den Industrieländern zu einem regelrechten Risikofaktor für die Volkswirtschaft geworden, die den einzelnen Ländern Millionen, ja wenn nicht sogar Milliarden von Euro jedes Jahr kostet. Die Menschen bleiben aufgrund der Rückenschmerzen ihrer Arbeit fern, sie müssen therapiert werden, die Medikamente, die Ärzte: All das kostet jede Menge Geld.

 

Für jeden von uns gilt aber: Rückenleiden, auch wenn diese nur ab und zu vorkommen, sollten keineswegs ignoriert werden; denn diese haben meist eine tiefer liegende Ursache – und dieser sollte auf den Grund gegangen werden. Um mögliche Spätfolgen eines entstandenen Rückenleidens zu verhindern, ist es sinnvoll, möglichst frühzeitig gegen Rückenschmerz vorzugehen und etwas dagegen zu unternehmen.

Man sollte zwar mit Pauschalisierungen zurückhaltend sein. Es lässt sich aber durchaus erkennen, dass sich überwiegend im Kern die Patientengruppe verändert hat. Früher klagten vor allem hart körperliche arbeitende Menschen über starken Rückenschmerz – heutzutage sind es eher Menschen, die tagtäglich in Büros sitzen. Dies ist selbstverständlich dem Wandel der Gesellschaft und unserer modernen Arbeitswelt zuzuschreiben. Sowohl harte körperliche Arbeit als auch sehr wenig Bewegung und viel sitzen können die Rückenmuskulatur von Menschen stark belasten.

Alle Leidgeplagten fragen sich natürlich: Welche Ursache haben meine Rückenscherzen? Wie Wahrheit ist: Der Ursache auf den Grund zu gehen, kann ganz schön schwer sein; denn Rückenschmerzen können eine Vielzahl auslösender Faktoren zugrunde liegen.

 

Zum Glück sind Rückenschmerzen heutzutage von Ärzten behandelbar. Es haben sich in der medizinischen Fachwelt bereits feste Therapiepläne für Rückenleiden etabliert. Um einige Maßnahmen von Ärzten zu nennen, die gegen Rückenschmerzen helfen sollen:

 

- Spezielle Übungen, die jeweils 30 Minuten lang gehen sollen
- Gymnastikübungen in der Gruppe
- Gezieltes Krafttraining (mehrmals in der Woche)

 

Sie fragen sich jetzt als Leidgeplagter: Was sollen mir all diese Übungen bringen? Heilung kann selbstverständlich niemand versprechen; aber man sagt, dass solche körperlichen Übungen die Symptome deutlich reduzieren können. Ärzte sind von diesen Übungen sogar derart überzeugt, dass  sie sie zum festen Teil der „multimodalen Therapie“ gemacht haben, welche häufig bei langfristigen Rückenschmerz Verwendung findet und von offiziellen Leitlinien empfohlen wird.

2. Was sind die Auslöser von Rückenschmerzen?

In den meisten Fällen können Rückenleiden (zum Glück) keiner schweren Krankheit zugeordnet werden. Krebs und Rheuma können beispielsweise zu Rückenschmerzen führen, aber nur bei einem von hundert Rückenschmerz-Patienten trifft dies zu. Die Mehrheit der Patienten plagt sich mit nicht spezifischen Rückenschmerzen; d.h. die eigentliche Ursache kann nicht eindeutig bestimmt werden. Zudem liegt meist gleichzeitig ein multifaktorielles Krankheitsgeschehen vor, das bedeutet: es liegt nicht eine einzige Krankheit vor, sondern ein vielfältiges Gemisch an Einflussfaktoren, die zu den Rückenschmerzen führen. Wie zum Beispiel Kombinationen aus verhärteten Muskeln, zu viel Stress sowie gleichzeitigen Fehlhaltungen können in schmerzhaften Rückenschmerzen münden.

Doch wie bereits eingangs erwähnt: Rückenschmerzen können vielfältige Ursachen haben. Am effektivsten und sinnvollsten wäre es selbstverständlich, die genaue Ursache aufzuspüren und aufzudecken. Leider gehören dazu auch psychologische Komponenten. Beispielsweise zu viel Stress oder psychischer Leidensdruck kann sich auf den Körper niederschlagen und zu Rückenschmerzen führen bzw. diese auslösen. Die Psyche kann ein Teil der ursächlichen Faktoren sein (nicht immer) – in jedem Fall leidet sie aber unter dem andauernden Rückenschmerz. Insofern kann es sinnvoll sein, parallel zu körperlichen regelmäßigen Übungen auch die psychologische Komponente nicht zu vernachlässigen, z. B. in Form einer unterstützenden Psychotherapie.

 

Mittlerweile ist bekannt, dass die Psyche, soziale Konflikte sowie körperliche Ursachen Bestandteil der Ursachen von Rückenschmerzen sein können. Deshalb versucht man auch in der Therapie für gewöhnlich einen „allumfassenden“ Ansatz anzugehen, der all diese Bereiche abdeckt bzw. mitbehandelt. Wenn der Schmerz im Rücken auf solch komplexe Weise entsteht, sollte er auch von verschiedenen Ebenen und Ansatzpunkten aus behandelt werden. Körperliche Übungen, Krankengymnastik, Lösung sozialer Konflikte und Medikamente, die auf Körper oder Psyche wirken, spielen eine wichtige Rolle in der Behandlung von Rückenschmerzen. Man sagt, vielen Patienten kann auf diese Weise geholfen werden. Auch wenn die Rückenschmerzen vielleicht zunächst nicht vollständig weggehen würden, zumindest kann sich ein Patient Linderung erhoffen. Linderung, die vielleicht ein bisschen mehr Lebensqualität zurückbringt.

 

Doch es gibt auch Ärzte, die sich eher auf Rückenoperationen stützen und überzeugt sind, damit die besten Heilerfolge erzielen zu können. Dass sich in letzter Zeit sogar ein regelrechter Trend in Bezug auf Rückenoperationen entwickelt hat, lässt sich sogar anhand von Daten von Krankenkassen nachweisen. Einige Ärzte sehen diesen Trend jedoch eindeutig kritisch, da ein Rückenschmerz, der noch nicht wirklich lokalisiert wurde, eigentlich kein Grund für eine Operation sei. Immerhin kann der Rückenschmerz auch von einer Entzündung herrühren, oder von der Psyche oder einem Tumor?

 

Bei all diesen potenziellen Ursachen stellt sich die interessante Frage: Was ist denn die häufigste Ursache für Rückenschmerzen? Das sind meist schlichtweg Rückenmuskeln, die verspannt sind. Das individuelle Nervensystem und Gehirn des Patienten ist dann noch maßgeblich dafür verantwortlich, wie intensiv der Patient die Verspannung wahrnimmt. Bei einem gestressten Patienten, der in letzter Zeit psychisch viel erlitten hat, kann es durchaus sein, dass eine „einfache“ Verspannung im Rücken deutliche Schmerzen im Rücken verursacht, die für den Patienten einen eindeutigen Krankheitswert haben. Wie man an dem Beispiel wieder gut erkennen kann, können Rückenschmerzen in einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren entstehen.

  1. Diagnostik von Rückenschmerzen

    Die individuelle Schmerz- bzw. Krankengeschichte des Patienten, die er dem behandelten Therapeuten bzw. Arzt erzählt, gibt meist schon erste Hinweise darauf, um welche Art von Rückenleiden es sich handeln könnte. Des Weiteren ist es für die Ärzte hilfreich zu wissen, ob Familienangehörige bereits unter Rückenschmerzen litten (z. B. die Großeltern). Anschließend erfolgt die körperliche Untersuchung. Nicht immer wird die Ursache des Rückenproblems im Zuge der körperlichen Untersuchung entdeckt; da wie gesagt, Rückenschmerzen einer Vielzahl von auslösenden Faktoren (z. B. Stress oder Verspannung) zugrunde liegen kann. Wie wird durch den Arzt kontrolliert? Um Ihnen ein wenig die Angst zu nehmen: zunächst einmal relativ unspektakulär: für gewöhnlich macht der Arzt einige Bewegungstests und sieht nach, ob die Reflexe in den Muskeln noch einwandfrei funktionieren. Dann sieht er in der Krankheitsgeschichte des Patienten nach, ob eventuelle Risikofaktoren bestehen, die eine bestimmte Art von Rückenleiden, vielleicht sogar ein chronisches, begünstigen können. Im Zuge dessen sollten auch die Lebenshintergründe des Patienten befragt werden, da Rückenleiden wie gesagt ebenfalls aufgrund psychosozialer Aspekte und Belastungen ausgelöst werden können. Sind die psychosozialen Umstände verantwortlich für das Leiden, wird dies bereits aus dem Patientengespräch ersichtlich, so kann davon ausgegangen werden, dass das Rückenleiden sich in Luft auflöst, sobald der Patient seine psychosozialen Konflikte gelöst hat.

    Besonders bitter ist es für Patienten, wenn Sie aufgrund ihrer Rückenschmerzen den Beruf oder ihre geliebten Hobbys (z. B. Leistungssport) aufgeben müssen. Doch lassen Sie sich nicht von den Rückenschmerzen unterkriegen. Möglicherweise erwächst aus diesem Leidensdruck eine besonders ehrgeizige Motivation, dieses Problem zu lösen. Ja, Sie sind derzeit geplagt mit Rückenschmerzen, aber es werden auch wieder bessere Zeiten kommen. Und möglicherweise in Zukunft werden Sie ganz befreit sein von Rückenleiden. Ich wünsche es Ihnen.

    4. Welche Risikofaktoren für Risikoleiden gibt es?

    Oftmals können Rückenschmerzpatienten gegenüber dem Arzt nicht aussagen, woher das Rückenleiden denn nun kommt. Es gibt aber einige Risikofaktoren; und diese werden nicht unbedingt gleich in der Krankheitssituation vom betroffenen Patienten erkannt bzw. im Zusammenhang mit der Erkrankung gebracht. Oftmals kann man tiefer liegenden Ursachen, z. B. psychosoziale Konflikte oder eine rückenschädliche Lebensweise erst in einem reflektierenden Gespräch mit dem behandelnden Hausarzt aufdecken.

    Zu den Risikofaktoren, die Rückenleiden begünstigen können, zählen:

  • Allen voran. Ein Mangel an Bewegung und moderatem Sport.
  • Für den Körper lang anhaltende einseitige Belastungen und Fehlhaltungen (z. B. Langes Sitzen im Büro),
  • Keine ausgeglichene Work-Life-Balance
  • Generell (negativer) Stress (z. B. Überforderung und Termindruck im Beruf); denn Stress verursacht auch immer physiologische Reaktionen im Körper und kann beispielsweise zu Verspannungen in der Rückenmuskulatur führen.
  • Unzufriedenheit, Ärger und kaum vorhandenes Wohlbefinden über einen längeren Zeitraum (z. B. im Rahmen einer Depression).
  1. Verschiedene Ansätze zur Therapie von RückenschmerzenWas vielen Patienten einleuchten wird: Schmerzmittel sollten keine langfristige Lösung sein. Vielmehr sind sie ein wichtiger Bestandteil in der Behandlung und Therapie, aber sollten wenn möglich, sobald als möglich weggelassen werden, da sie erhebliche Nebenwirkungen und (langfristige) Risiken mit sich bringen können. Doch während der Therapie und vor allem in akuten Phasen können Schmerzmittel wahrlich ein Segen sein für Rückenschmerzpatienten. Schmerzmedikamente können so manchen Patienten auch erst mal in die Situation versetzen, überhaupt an körperlichen Übungen, wie der Krankengymnastik, teilzunehmen, die dann wiederum eine langfristige Besserung mit sich bringen soll. Damit die betroffene Muskulatur gestärkt werden kann, muss sie erst einmal trainiert werden; das geht aber ziemlich schwer, wenn der Patient bei den Bewegungen unter ständigen Schmerzen leidet. Deswegen können Schmerzmedikamente in dieser Situation sinnvoll sein und einen großen Nutzen bringen. Werden die körperlichen Übungen, z. B. Im Sinne der Krankengymnastik, dann wiederholt ausgeführt, stellt sich hoffentlich für den Patienten eine nachhaltige Besserung ein, sodass er im späteren Verlauf der Therapie womöglich gar keine Schmerzmittel mehr benötigt. Und das seelische Leiden wird durch Schmerzmittel selbstverständlich erst einmal gelindert: Erstens erfahren die Patienten wieder, dass sie sich ohne Beschwerden frei bewegen können; zweitens werden sie von der Last des ständigen Schmerzes befreit. Und da wiederum die Psyche auf den Rückenschmerz und eine eventuell verspannte Muskulatur einwirken kann, könnte diesbzgl. theoretisch auch ein positiver Effekt entstehen. Mit im Programm der Therapie ist ebenso oft eine Verhaltenstherapie, die darauf ausgelegt ist, dass sich der Patient ein rückenfreundliches Verhalten aneignet, also insbesondere Gewohnheiten abstellt, die eventuell dem Rücken schaden können.

    Es gibt also viele verschiedene Ansätze zur Therapie bei Rückenschmerzen, da stellt sich nun die Frage: Ist eine Operation überhaupt sinnvoll? Ob eine Operation sinnvoll ist oder nicht, hängt im Wesentlichen von der Lokalisation der Ursache der Rückenschmerzen ab. So können beispielsweise Druckschädigungen mittels einer Operation sich verbessern. Symptome sind hier häufig beispielsweise neurologische Ausfallerscheinungen bzw. -störungen. Dabei sollte stets beachtet werden: Operationen sind risikobehaftet. Nach der Operation können beispielsweise Narben entstehen und auf diese Weise einen neuen „Schmerzherd“ im Rücken entstehen lassen. Zudem ist eine Operation als einzige Behandlungsmaßnahme ein relativ passiver Schritt für den Patienten. Langfristige Besserung kann sich aber eigentlich nur einstellen, wenn der Patient aktiv sein Leben rückenschonender gestaltet mit Hilfe von mehr Bewegung und Gymnastik. Und des Weiteren spielt wie immer die Psyche eine Rolle: Wer versucht den Schmerz mit einer Operation zu beseitigen, gesteht ein, dass er dem Schmerz machtlos ausgeliefert ist; wenn sich der Schmerz jedoch aufgrund eigener Initiative heraus, z. B. über Gymnastik, bessern sollte, nimmt der Patient sich selbst wieder als nicht-hilfloses Individuum wahr: er merkt, sollten Schmerzen in meinem Rücken auftreten, kann ich selbst dagegen etwas unternehmen und bin ihnen womöglich nicht völlig machtlos ausgeliefert. Dies reduziert natürlich Angstgefühle und bringt ein wenig Selbstbewusstsein. Und die Psyche wiederum wie gesagt, ist ein entscheidender Co-Faktor bei der Entstehung und Genesung von Rückenschmerzen.

    6. Was tun gegen akute Rückenschmerzen?

    Eine Krankschreibung vom Arzt für den Arbeitgeber bringt zwar eine schnelle Entlastung von den Alltagssorgen, aber hilft bei der Bewältigung der Krankheit zunächst nicht weiter. Der Arzt wird mit Ihnen alles Weitere abstimmen. Im Idealfall sind Sie nach zweitägiger (kurzer) Schonung und Schmerzbehandlung bereits wieder beschwerdefrei. Den Patienten schnell wieder „auf die Beine“ zu bringen ist den meisten Ärzten wichtig; damit der Patient schnell wieder in seinen normalen Alltag mit sozialen Aktivitäten und Bewegung (z. B. in Form von Spaziergängen) integriert werden kann.

 

Sie denken sich jetzt vielleicht: Bewegung nach nur zwei Tagen? Eine undenkbare Vorstellung, bei diesen Schmerzen! Aber denken Sie daran: Sie erhalten Schmerzmittel; den Ärzten ist durchaus bewusst, dass Sie unter Schmerzen leiden. Mit Schmerzmedikamenten werden Sie wieder in die Lage versetzt, sich besser bewegen zu können. Und Bewegung ist nicht selten eine Voraussetzung für eine Besserung der Beschwerden.

 

Schwierig wird es, wenn der akute Schmerz über einen längeren Zeitraum von einigen Wochen persistiert. Wenn ein Rückenschmerz bereits chronisch geworden ist, wird oft auf das Konzept der „multimodalen Schmerztherapie“ zurückgegriffen. Dieses Konzept beinhaltet moderates Bewegungstraining, wie z. B. Krankengymnastik sowie Verhaltenstherapie als auch therapeutische Sitzungen bei einem Psychologen.

 

6.1. Ist bei akuten Rückenschmerzen Schonung im Bett angesagt?

 

Es ist schwierig, hierbei einen Rat zu geben. Selbstverständlich sollten Sie für Klärung dieser Angelegenheit Ihren Arzt aufsuchen. Es lässt sich aber eine pauschalisierende Aussage treffen: Oftmals ist es nicht sinnvoll sich „auszuruhen“ bzw. Bewegungen zu vermeiden, wenn Rückenschmerzen bereits vorhanden sind. Man kann hierbei gerne auf das Therapieprogramm von Krankenhäusern blicken; diese geben bekanntermaßen den Patienten Schmerzmitteln, damit diese sich wiederum besser und mehr „bewegen“. Denn wenn die Patienten sich nicht mehr bewegen, kann diese die Situation noch verschlimmern. Wie das? Wenn ein Rückengeplagter sich immer weniger bewegt, können sich die Probleme an den Muskeln und Gelenken noch stärker zum Negativen entwickeln. Mangelnde Bewegung kann grundsätzlich zu schwachen und unterforderten Muskeln führen sowie Fehlhaltungen im Körper und somit weitere Rückenleiden begünstigen.

Ein weiterer Aspekt, neben der fehlenden Bewegung, ist die soziale Komponente. Die Psyche wirkt sich auf den gesamten Körper aus. Es ist nicht sinnvoll, wenn sich ein Patient zu Hause „eingräbt“, seine sozialen Kontakte nicht mehr pflegt und damit möglicherweise sein Wohlbefinden noch „angespannter“ wird bzw. sich vielleicht sogar eine Depression entwickelt, die dann wiederum sich negativ auf das Rückenleiden und besonders auf das Schmerzempfinden des Patienten auswirken kann.

Deshalb: Schonung ja, für kurze Zeit, wenn die Schmerzen sehr stark sind. Aber dann unbedingt mit dem Arzt abklären, inwiefern Sie sich möglicherweise langfristig doch noch bewegen könnten. Dieser kann Ihnen auch Schmerzmittel verschreiben, damit Sie möglicherweise wieder an Alltagsaktivitäten teilhaben können. Denn eine dauerhafte Schonung wirkt sich wie gesagt sehr negativ aus auf Körper und Geist und kann den Gesundheitszustand des Patienten noch weiter verschlimmern.

Trotzdem sollten Sie sorgsam mit sich umgehen. Nehmen Sie die Signale Ihres Körpers wahr und ignorieren sie sie nicht. Wenn die (Warn-)signale des Körpers übergangen werden (im Zeichen von akuten Beschwerden) können diese sich möglicherweise chronifizieren; d.h. das Rückenleiden wird dann möglicherweise chronisch, wenn es in der akuten Phase lange ignoriert wird.

7. Inwiefern werden Medikamente bei Rückenschmerzen angewendet?

Allen voran Schmerzmedikamente; diese helfen dem Patienten dabei nicht zu sehr in die Passivität und Schonung zu verfallen, sondern stattdessen weiterhin einigermaßen aktiv zu bleiben. Ist ein Rückenschmerz akut vorhanden, kann z. B. Auf Paracetamol zurückgegriffen werden. Dies wirkt nicht nur gegen den Schmerz, sondern entspannt auf leichte Weise die Muskeln. Eine stärker wirkende Variante von Schmerzmittel wäre das sog. „Metamizol“.

Des Weiteren können sogenannte nichtsteroidale Antirheumatika Anwendung bei der Behandlung von starken Rückenschmerzen Anwendung finden. Zu dieser Gruppe zählt z. B. das recht bekannte „Ibuprofen“; sie sorgen dafür, dass Schmerz- und Entzündungsstoffe im Körper gesenkt werden. Achtung: diese Gruppe von Medikamenten sollte nicht bei Patienten mit Herz- und Nierenbeschwerden verwendet werden. Des Weiteren kann es bei der Verwendung von NSARs zu Magen- und Darmproblemen kommen.

Darüber hinaus gibt es noch eine Reihe weitere Medikamente, die Ihr Hausarzt sicher gerne mit Ihnen bespricht.

7.1 Welche Medikamente werden bei extremen Rückenschmerzen angewendet?

Wenn vorangegangene Medikamente versagen oder die Schmerzen schon chronisch geworden sind, wird oft in Erwägung gezogen, sogenannte „Opioide“ anzuwenden. Es kann in retardierter Form verabreicht werden. Das bedeutet, dass der Wirkstoff nur allmählich über den Tag hinweg im Körper freigesetzt wird, um einen konstanten Wirkstoffpegel im Blut zu erreichen. Nicht alle Schmerzpatienten finden jedoch Schmerzbesserung bei Opioiden; zudem können erhebliche Nebenwirkungen auftreten, wie z. B. Übelkeit. Bei den Opioiden wird nochmal unterschieden: zwischen jenen, die etwas stärker und jenen die etwas schwächer wirken.

7.2 Können Spritzen im Kampf gegen Rückenschmerzen wirksam sein?

Es ist zumindest eine Therapiemethode. Dabei werden bei akuten Rückenleiden Betäubungsmittel in sensiblen Stellen von verhärteten Muskeln gespritzt. Mit solchen Einspritzungen wird versucht, die Schmerzen zu verringern. Neben Betäubungsmitteln können auch Stoffe gespritzt werden, die eine potenzielle Entzündung im Muskel verringern.

8. Was hilft besser: Massage oder aktiver Sport?

Physiotherapeutische Anwendungen können durchaus eine Schmerzlinderung bringen: wie z.B. Massage oder Wärmebehandlungen. Vor allem sind sie sinnvoll, wenn der Patient noch gar kein Sport betreiben kann bzw. wenn er noch nicht wieder in der Lage ist, sich aktiv zu betätigen. In dem Moment, in dem der Patient sich aber wieder aktiv betätigen kann, sollte besser auf sportliche Aktivitäten übergangen werden; denn diese sind für gewöhnlich wirksamer: Der Körper, allen voran der Rücken, braucht Bewegung. Welche Sportart soll nun ausgeführt werden? Diesbzgl. Wird empfohlen, dass zu machen, was einem gefällt – Hauptsache man bewegt sich, moderat und regelmäßig.

Im Folgenden werden einige Methoden aufgeführt, mit denen Sie Ihre Rückenschmerzen möglicherweise lindern können.

1.) „Intelligentere“ Bewegungen ausführen

Sie denken sich jetzt bestimmt: „intelligente“ Bewegung..was soll das sein? Damit ist gemeint, den Körper überwiegend so zu bewegen (oder zumindest dies anzustreben), das rückenschädliche Bewegungen durch rückenfreundliche Bewegungen ersetzt werden. Dazu müssen Sie natürlich erst einmal wissen, welche Bewegungen Ihrem Rücken gut tun; helfen können dabei selbstverständlich professionelle Therapieprogramme z.B. im Rahmen von Krankengymnastik.

Wenn Muskeln regelmäßig trainiert werden, kräftigt das nicht nur die jeweilige Muskulatur, sondern führt im Idealfall sogar dazu, dass die Beweglichkeit der Gelenke zunimmt. Viele Menschen sitzen heutzutage in Büros und verbringen sogar ihre Freizeit sitzend vor dem Fernseher. Selbstverständlich ist viel Bewegung kein Allheilmittel gegen jede Form von Rückenschmerz; sie ist aber wichtig zur Prävention von Beschwerden und ein wichtiger Bestandteil in vielen Therapieplänen.

2. ) Entspannung gegen Rückenschmerzen

Entspannungsübungen sind hierzulande gar nicht mal so unverbreitet im Kampf gegen diverse Formen von Rückenschmerzen. Beliebt sind Ansätze wie das „autogene Training“ oder Tiefenentspannung infolge von Meditation, bei der Sie in der Seele zur Ruhe kommen und der Körper seine Muskeln entspannen kann (...und somit auch die Rückenmuskeln). Zudem helfen solche Entspannungsmethoden gegen Stress. Und Stress kann sich bekanntermaßen im Rücken „festsetzen“ und Schmerzen verursachen. Psychologen und Mediziner sprechen hier von „psychosomatischen“ Beschwerden. Also körperliche Beschwerden, die als solche auch völlig wahrnehmbar (und schmerzhaft) sind, aber ihren wahren Ursprung in der Psyche bzw. Seele haben. Da Entspannungsmethoden gut die Seele entlasten und dem Patienten eine Auszeit vom stressigen Alltag gönnen, sind sie m.E. durchaus eine sinnvolle Integration in einen Therapieplan bei Rückenschmerzen.

Aber noch mal mehr ins Detail: Warum soll körperliche Entspannung ausgerechnet gegen Rückenschmerzen helfen? Aufgrund der Tatsache, dass nicht wenige Rückenschmerzpatienten eine „verspannte“ Muskulatur haben; da kann selbstverständlich eine „Entspannung“ der Muskulatur sehr gut tun und helfen die Beschwerden zu lindern.

Mit Entspannungstechniken wie dem autogenen Training kann man das körperliche Erregungsniveau eines Menschen senken; der Mensch kommt mehr zur „Ruhe“; ist körperlich nicht mehr so angespannt, eine innere körperliche Ruhe soll sich einstellen. Um solch eine Ruhe im Körper einkehren zu lassen, ist aber meist erst gezieltes „Training“ notwendig.

8.1 Schwimmen als Sportvariante im Rahmen zur Vorbeugung von Rückenbeschwerden

Sie sagen sich jetzt: Ich würde gerne Rückenschmerzen vorbeugen, jetzt und in Zukunft! Dann hier ein ziemlich guter Tipp für Sie: Schwimmen!Warum ist Schwimmen so eine tolle Sportart, um eventuellen Rückenleiden vorzubeugen? Der Clou ist beim Schwimmen: Sie betreiben Ausdauersport und stärken die Muskeln – ohne dabei die Gelenke zu stark zu belasten. Schwimmen ist schonend für die Gelenke. Im Gegensatz zu Joggen, wo die Gelenke stark beansprucht und belastet werden. Zudem können Sportarten, bei denen sich „moderat“ bewegt wird, wie z. B. Nordic Walking, sich positiv auf die gesamte Gesundheit auswirken und in etwa alle Muskeln beanspruchen – ohne sie aber zu überbeanspruchen.

Suchen Sie sich am besten eine Sportart aus, bei der Sie sich wie gesagt „moderat“ bewegen können – ohne einzelne Muskeln oder Gelenke zu überbeanspruchen. Wenn Ihnen die ausgewählte Sportart gefällt, üben sie sie immer wieder gerne aus. Das ist der zweite Cloud einer Rückenschmerzprävention mittels Bewegung: Die Bewegung muss regelmäßig stattfinden. Ein mehrmals wöchentliches Training stärkt Körper und Geist.

9. Alternative Behandlungsmöglichkeiten gegen Rückenschmerzen

Viele stellen sich jetzt die Frage:

Welche alternativen Therapiemöglichkeiten gibt es?

  • Akupunktur: Allen voran kann hier die Akupunktur genannt werden. Weil diese alternative Heilmethode sich in der Vergangenheit bereits bewährt hat, werden die Kosten dafür sogar von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
  • Darüber hinaus gibt es noch die sogenannte „TENS“, ausgeschrieben: „Transkutane Elektrische Nervenstimulation“. Bei dieser Methode werden Elektroden auf der Haut des Patienten befestigt, die kleine Stromreize abgeben und beim Patienten eine Schmerzerleichterung herbeiführen sollen.
  • Im Rahmen der Schmerztherapie existiert dann noch die sog. „manuelle Therapie“. Dabei wird unterschieden zwischen einer Mobilisation mit und ohne Impuls. Jene mit Impuls dürfen nur von Ärzten ausgeführt werden.

Darüber hinaus gibt es noch weitere alternative Behandlungsmöglichkeiten bei Rückenschmerzen, auf die im Folgenden ausführlicher eingegangen wird.

9.1 Hydrotherapie

Was ist Hydrotherapie? Bei der Hydrotherapie wird Wasser als „Heilmittel“ angewendet, im Kampf gegen diverse Erkrankungen, darunter auch Rückenleiden. „Hydrotherapie“ ist ein relativ großer Begriff der viele verschiedene (Heil-)anwendungen umfasst: so zählen Bäder, Güsse oder warme Wickel sowie Saunagänge dazu. In einigen Ländern werden auch Bewegungsbäder hinzugezählt. Häufig hört man, dass die Patienten sich gut fühlen, wenn sie die (warme) Wassertherapie anwenden; und auch von einer Schmerzlinderung wird manchmal berichtet. Es wird versucht, mit der Anwendung von Wasser eine physiologische Reaktion des Körpers herbeizuführen, welche eine Genesung voranbringen. Trifft Wasser mit unterschiedlichem Wärmegrad auf unsere Haut, so reagiert unser Körper darauf, es werden innerhalb des Körpers verschiedene physiologische Reaktionen in Gang gesetzt. Mit der Anwendung von Wasser wird also versucht einen gewissen Reiz zu setzen, der bestimmte physiologische Reaktionen und damit einen Heilanstoß im Körper bewirkt.

Wasser wirkt sich auf den Körper im Rahmen eines Bewegungsbades der Hydrotherapie folgendermaßen aus:

  1. Wenn man in Wasser eintaucht, wird hydrostatischer Druck erzeugt; was in einem tieferen Puls mündet. Zudem reduziert der Druck den eigenen Körperumfang.2. Wenn man in Wasser eintaucht, fühlt es sich so an, dass wir an Gewicht verlieren. Unsere Arme, Beine und unser gesamter Körper fühlen sich leichter an und werden entlastet. Im Bezug auf Rückenschmerzen können dabei besonders Wirbelsäule und Bandscheiben eine Entlastung erfahren, was bei den Patienten zu einer Schmerzreduzierung führen kann.

    Darüber hinaus hat die Hydrotherapie noch einige weitere Effekte auf den Körper. Wichtig zu beachten: Beim Wasserbad ist die Höhe der Temperatur ganz entscheidend, für die Wirkung, die mit dem Wasser während der Behandlung erzielt werden kann. Beträgt die Wassertemperatur lediglich 35 bis 36°, so wird der Körper da wohl noch keine Kreislauf- und Thermoregulierenden Prozesse in Gang setzen. Der Körper eines Menschen ist darauf ausgerichtet, eine Kernkörpertemperatur von um die 37° aufrechtzuerhalten.

    9.2 Yoga

    Erst kürzlich erschien eine Studie aus den USA, die sich damit auseinandersetzte: Kann Yoga tatsächlich gegen Rückenleiden wirken? Und wenn ja, ist es genauso wirksam wie die herkömmliche Physiotherapie? In diese Untersuchung wurde zunächst mittels Fragebögen ermittelt, wie stark denn die Schmerzen der teilnehmenden Patienten seien und inwiefern die Rückenschmerzen sie bereits beeinträchtigen. Zudem wurde sich auf notiert, welcher Proband bereits wie viel Schmerzmedikamente nahm. Diese Fragebögen wurden einmal zu Beginn der Untersuchung und einmal nach drei Monaten an die Teilnehmer gesendet. In der Untersuchung wurden die Teilnehmer in drei verschiedene Gruppen von Patienten aufgeteilt. An welchen Therapieprogrammen nahmen die Probanden während der Untersuchung teil? Eine Gruppe durfte einen Yogakurs besuchen, die anderen wiederum eine herkömmliche Physiotherapie, und die dritte Gruppe erhielt ein Ratgeberbuch, welches ein paar Tipps enthielt, wie man sich selbst bei Rückenschmerzen helfen könne. Was war das Ergebnis dieser Untersuchung? Das körperliche Leiden der Probanden verbesserte sich sowohl in der Yogagruppe als auch bei jenen, die eine Physiotherapie aufsuchten. Aber: auch bei den Teilnehmern, die nur das Ratgeberbuch erhielten, verbesserten sich die Symptome (ein wenig). Ein wirklich eklatanter Unterschied zeigt sich jedoch, als es um die Einnahme von Schmerzmedikamenten ging. Hier trumpften die Therapievarianten Yoga- und Physiotherapie ordentlich auf! Die Patienten aus den Yoga- und Physiotherapiegruppen brauchten letztlich weniger Schmerzmittel als die der „Ratgeber-Gruppe“. Daraus lässt sich ableiten, dass mit Yoga zumindest die Schmerzen messbar reduziert werden können – sogar vergleichsweise stark wie mit einer Physiotherapie. Meines Erachtens kann daraus abgeleitet werden, dass Yoga sehr wohl wirksam sein kann zur Reduzierung von Rückenschmerzen – und das es idealerweise mit Physiotherapie kombiniert werden sollte; natürlich alles, in Absprache mit den behandelnden Ärzten und Therapeuten.

    Weiter kann Yoga sich positiv auf das Gemüt und die Seele eines Menschen auswirken. Da die Psyche ein relevanter Co-Faktor bei der Entstehung von Rückenleiden darstellen kann, sollte dieser Aspekt nicht außer Acht gelassen werden. Yoga kann die Stimmung heben, vom eigenen Leid mit den Rückenschmerzen (zeitweise) ablenken und sogar langfristig bei Depressionen helfen. Alles gute Grund, um es mal mit Yoga bei Rückenleiden zu versuchen!

 

9.3 Qigong

In den früheren Abschnitten wurde bereits erwähnt, dass „Zerrüttungen“ im Seelenleben eines Menschen (z. B. soziale Konflikte, niedergeschlagene Stimmung) ein relevanter Faktor beim Auftreten von Rückenleiden sein können. Qigong kann dabei helfen, Körper und Geist wieder in Balance zu bringen. Wie das? Indem dank gezielter Bewegungen und Meditationen die Energien im Körper wieder besser fließen können. Beim Qigong werden sanfte Bewegungen ausgeführt; diese können Verspannungen in den Muskeln lösen und sie gleichzeitig kräftigen.  Zudem eignet sich Qigong um in unserem hektischen Alltag wieder zurück zur seelischen Mitte zurückzufinden und besser mit Stress umzugehen. Insgesamt soll Qigong dabei helfen, dass Körper und Geist sich wieder mehr im Einklang befinden. Um die Übungen im Rahmen von Qigong tatsächlich richtig umzusetzen und zu erlernen, kann es hilfreich sein, sich an einen erfahrenen Qigong-Lehrer zu wenden.

9.4 Homöopathie

Der eklatante Vorteil von der Verwendung von Homöopathie gegen Rückenschmerzen liegt darin, dass sie dem Patienten weniger Aufwand und Zeit in Anspruch nimmt als andere alternative Behandlungsmethoden. Einen Yogakurs zu besuchen, an der Krankengymnastik teilzunehmen, oder sich einem Qigong-Lehrer anzuvertrauen, um die seelische Mitte für eine bessere Rückenstabilität zu finden – all das ist recht zeitintensiv; wie schön wäre es da, stattdessen einfach zu einer Tablette, noch dazu, ohne Nebenwirkungen, greifen zu können?

Laut einer aktuellen Studie an der Berliner Charite kann Homöopathie bei Rückenschmerzen wirksam sein. Probanden mit Rückenschmerzen hatten sich einer homöopathischen Behandlung unterzogen. Das Ergebnis: Im Durchschnitt verbesserten sich die Beschwerden der Patient bereits nach drei Monaten um 40%!

Eine weitere Studie zeigte ebenfalls beeindruckende Ergebnisse: Die homöopathische Behandlung wurde einem Vergleich mit der etablierten Krankengymnastik unterzogen. Das Ergebnis: nach rund 2 Monaten hatten sich die Beschwerden in der Homöopathie-Gruppe deutlich gebessert – sogar mehr, als bei jenen, die sich der etablierten Krankengymnastik widmeten.

Aufgrund dieser positiven Studienergebnisse kann m.E. eine homöopathische Anwendung ergänzend zu den etablierten Behandlungsmethoden sinnvoll sein.

9.5 Atemtherapie

Auch zur Anwendung von Atemtherapie nach Middendorf im Einsatz gegen Rückenleiden gibt es bereits positive Studienergebnisse. An der Studie nahmen Probanden teil, die im unteren Rücken Schmerzen hatten. Die Probanden wurden während der Studie in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe bekam zur Behandlung eine herkömmliche Physiotherapie, die andere wiederum wendete die Atemtherapie an. Das Ergebnis der Studie: beide Patientengruppen konnten sich nach den acht Wochen Behandlungszeitraum über weniger Schmerzen freuen. Die Atemtherapie nach Middendorf scheint also der etablierten Physiotherapie zumindest ebenbürtig zu sein und kann daher eine sinnvolle Anwendung gegen Rückenschmerzen darstellen.

9.6 Progressive Muskelentspannung bei Rückenleiden

Die progressive Muskelentspannung nach Jacobsen kann eine sinnvolle Therapievariante im Kampf gegen Rückenleiden sein; diese Therapieform zielt auf eine Entspannung der Muskeln ab. Weniger steht hier also eine Schmerzreduktion im Fokus der Behandlung, sondern vielmehr eine Muskelentspannung. Besonders wenn die Rückenbeschwerden darauf zurückzuführen sind, dass das gesunde Verhältnis zwischen An- und Entspannung bei der Rückenmuskulatur gestört ist, kann die progressive Muskelentspannungstechnik eine wohltuende Wirkung entfalten. Was besonders toll ist an dieser Methode: sie ist relativ einfach zu erlernen! Interessant zu wissen: die progressive Muskelentspannung nach Jacobsen bringt nicht nur eine Erleichterung bei Rückenleiden, sondern kann Ihnen grundsätzlich zu mehr Entspannung im Alltag verhelfen.

Aber genug der Theorie. Wie genau wird die progressive Muskelentspannung nun umgesetzt? Die Durchführung sieht folgendermaßen aus: Es wird versucht alle Muskelgruppen circa fünf Sekunden lang anzuspannen – um sie dann wieder einige Sekunden zu entspannen (bis zu 30 Sekunden); bei Rückenpatienten wird besonders Wert gelegt auf das „Training“ der unteren Rückenmuskulatur. Insgesamt kann eine Sitzung eine gute halbe Stunde dauern.

Aber Sinn dieser Entspannungstechnik ist nur, dass der Patient seine Muskelgruppen bearbeitet, sondern gleichzeitig eine verfeinerte Wahrnehmung für seine Muskulatur entwickelt. Zudem wird es dem Patienten sicherlich gefallen, am eigenen Leib zu erfahren, dass mit einfachen Entspannungstechniken sein Rückenleiden (zumindest etwas) gelindert werden kann.

9.7 Tai Chi gegen Rückenschmerzen

Tai-Chi-Chuan kann Patienten bei der Stärkung des Wohlbefindens und zudem gegen Rückenleiden helfen. Die Übungen beim Tai-Chi zielen darauf ab, die Lebensenergie (das „Chi“) im Körper zu steigern.

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